Brief aus Berlin 14.12.2007 Endspurt im Bundestag
Die letzte parlamentarische Sitzungswoche in diesem Jahr
glich wieder einmal einem Endspurt in Sachen Gesetzgebung. Vor allem für meinen
Bereich, die Arbeitsmarktpolitik, haben wir in der letzten Minute noch
weitreichende Neuerungen beschlossen, die vielen Menschen zugute kommen werden:
Der Postmindestlohn
kommt
Die Briefdienstleister werden in das
Arbeitnehmerentsendegesetz aufgenommen. Damit gilt der Postmindestlohn, den
ver.di und die Deutsche Post ausgehandelt haben, in Zukunft für nahezu alle
Briefdienstleister. Es wird keinen Wettlauf mehr um die niedrigsten Löhne geben
und die Beschäftigten sind vor Lohndumping geschützt, wenn in 2008 das
Briefmonopol bei uns fällt. Weitere Branchen wie die Zeitarbeiter und das Wach-
und Sicherheitsgewerbe sollten bald folgen.
Das Arbeitslosengeld 1
für Ältere wird verlängert
Wir haben mit den Arbeitsmarktreformen viel erreicht und
können den Menschen etwas vom Erfolg zurückgeben: Zukünftig werden ältere
Arbeitslose 15, 18 bzw. 24 Monate lang das Arbeitslosengeld 1 bekommen. Die
Regelung konnte wegen des langwierigen Gesetzgebungsverfahrens noch nicht
abschließend im Bundestag abgestimmt werden. Dennoch arbeitet unser neuer
Arbeitsminister Scholz daran, dass das Gesetz zügig verabschiedet wird. Es wird
auf jeden Fall rückwirkend zum
01.01.2008 gelten, so dass die Menschen ihre Ansprüche direkt im neuen Jahr
geltend machen können.
Niemand wird
zwangsverrentet
Ältere gehören nicht zum alten Eisen. Sie werden gebraucht
und ihre Erfahrungen sind ein unschätzbares Gut. Aber leider fehlt es oft an
Arbeitsstellen für Ältere. Daher gilt zukünftig: Arbeitssuchende, denen nicht
innerhalb von einem Jahr ein Arbeitsangebot gemacht werden kann, gelten bis zum
Renteneintritt nicht mehr als arbeitssuchend. Aber: Ihnen stehen auf eigenen
Wunsch sämtliche Hilfsangebote der Arbeitsagenturen, der ARGEN und der
Optionskommunen zur Verfügung. Damit ist klar: Keiner wird abgeschrieben. Alle
Menschen sollen eine Perspektive bekommen. Der Arbeitsminister wird per Weisung
an die Bundesagentur für Arbeit klarstellen, dass niemand ab dem 01. Januar
2008 zwangsverrentet werden darf.